Ilse. Eine Vergegenwärtigung

„Ilse. Eine Vergegenwärtigung“ ist ein Text über den Lebenslauf meiner Frau. 1931 in Saarbrücken geboren, verstarb sie 2005 in Bad Neuenahr. Ilse wurde durch den Beruf des Vaters geprägt. Als praktizierender Arzt hat er seine Tochter früh dazu angehalten, körperlich oder sozial in Not geratenen Menschen zu helfen. Der daraus hervorgegangene Plan, die väterliche Praxis weiterzuführen, musste wegen des frühen Todes des Vaters aufgegeben werden. Ilses spezielle Hilfsbereitschaft gegenüber Kindern führte zum Beruf der Sozialarbeiterin. Eine umso wichtigere Entscheidung, als unsere beiden Söhne mit gravierenden Gesundheitsproblemen geboren wurden. Hinzu kam mit der Evakuierung 1944 aus Saarbrücken die Ungewissheit, ob und wann die Rückkehr realisiert werden konnte, zumal unter den Bedingungen gewandelter politischer Verhältnisse und nach dem frühen Tod des Vaters 1952.

Mit dem Rückgriff auf zahlreiche fotografische und schriftliche Überlieferungen aus dem Familienarchiv, einem reichhaltigen Fundus von Dokumenten und Bildern, sowie mit Hilfe erzählter Episoden wird das Bild einer Frau entworfen, die Verlorenes soweit wie möglich zurückzugewinnen anstrebte unter den Gegebenheiten der Nachkriegsjahre. Politik und politisches Verhalten der Elterngeneration spielen dabei ebenso eine Rolle wie eigene Überzeugungen.